Blablameter – ein Heißluftdetektor wird vier Jahre alt

Dienstag, 01. März 2016

von Simone Danne

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Hohle Phrasen, aufgeblähte Sätze, unnötig komplizierte Satzstrukturen: Manche Texte sind einfach nur unangenehm zu lesen. Wissenschaftler versuchen, sich mit Fremdwörtern und Bandwurmsätzen zu schmücken, Politiker reden um den heißen Brei herum, und Werber – nun ja, darüber wurde sich auf diesem Blog ja schon häufiger beklagt. Ein Webentwickler hatte vor mehr als vier Jahren genug. Seine Lösung: Er entwickelte eine Internetseite, die überflüssiges Wortgeklingel auf einen Schlag aufdeckt – den Blablameter. (mehr …)

Deutsche Bahn kreativ: Eine tolle Geburtstagsüberraschung

Donnerstag, 10. Juli 2014

Vermutlich, da ich (ein guter) Kunde der Deutschen Bahn bin, bekam ich  wenige Tage vor meinem Geburtstag eine E-Mail vom „Team der Deutschen Bahn“ mit folgendem Inhalt:

„Sehr geehrter Herr Auch, Ihr Geburtstag rückt immer näher und unsere Vorbereitungen laufen schon auf Hochtouren. Eine tolle Überraschung wartet auf Sie: Klicken Sie hier und helfen Sie uns ein wenig bei der Planung. Wir bedanken uns schon vorab für Ihre Unterstützung und stürzen uns sogleich in die Vorbereitungen für Ihre Geburtstagsüberraschung. Wir zählen schon die Tage.“

Das hat mich neugierig gemacht: Die Bahn “auf Hochtouren”. Sie “stürzt sich in die Vorbereitungen für eine Geburtstagsüberraschung.” Für mich! (mehr …)

Textkritik, die noch immer gilt: „Feuern Sie Ihre PR-Leute“

Donnerstag, 27. Mai 2010

von F. Stephan Auch

„Feuern Sie Ihre PR-Leute“, hat Bernd Ziesemer, ehemaliger Chefredakteur des Handelsblattes,  einen Beitrag aus dem Jahr 2000 überschrieben. Der Inhalt ist unvermindert aktuell. Hierauf verweise ich deshalb regelmäßig bei IHK-Seminaren zur Pressearbeit mittelständischer Unternehmen, bei denen ich als Dozent auftreten darf.

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PR-Sprache – ein neuer Blog

Montag, 10. Mai 2010

„PR-Sprache“ – das Wort hat keinen guten Klang. Damit verbindet man werbende und verschleiernde Marketingtexte, die als „Pressemitteilungen“ verkleidet an Redaktionen versendet werden. Wo sie dann Journalisten nerven, die sie flugs in den Papierkorb befördern. „PR-Sprache“ wird auch in Geschäftsberichten, Unternehmenbroschüren und auf Internetseiten eingesetzt. Dort soll sie abzulenken und beschönigen. „PR-Sprache“ verwenden Werber, die sich auch „PR-Gags“ ausdenken.

„PR-Sprache“ und „Pressearbeit von Unternehmen“

Richtig verstandene und gut gemachte Pressearbeit kann für Unternehmen ein erfolgreiches Instrument sein. Damit können sie auf Produkte, Dienstleistungen, Innovationen und andere Leistungen aufmerksam machen. Das gelingt, wenn sie sachlich und informativ im Inhalt, journalistisch in der Sprache und interessant bei der Themenwahl sind. Dann tragen Pressetexte, Anwenderberichte, Journalistengespräche und Messepräsentationen dazu bei, den Vertrieb, die Imagebildung und das Verständnis über Unternehmen zu fördern.  Erfolgreiche Pressearbeit liefert Informationen.

Der Leser wird für dumm verkauft

„PR-Sprache“ und die dahinter stehende Einstellung machen das Gegenteil:  Sie bauschen auf, lenken ab, täuschen vor. Der Leser soll nicht informiert, sondern geblendet werden. Wenn der Inhalt nicht überzeugt oder der Schreiber dies befürchtet, dann helfen nur noch Superlative. Die Haltung dahinter: Der Empfänger ist zu dumm, um die Bedeutung einer echten Nachricht zu erkennen. Deshalb wird diese marktschreierisch überhöht. Gibt es einmal keine Neuigkeit zu vermelden, wird der dumme Leser das schon nicht merken. Dafür werden geschraubte Formulierungen, nichtssagende Floskeln und reißereische Aussagen verwendet.

Was erfolgreiche Pressearbeit ausmacht

Ich halte Pressearbeit für wichtig. Unternehmen, die ich hierbei unterstütze, nutzen dieses Instrument erfolgreich. Mich stört es, wenn der Kontakt zu einem Journalisten deshalb mühevoll ist,  weil dieser schlechte Erfahrungen mit anderen Unternehmen gehabt hat. Das erschwert mir ein Stück weit die Arbeit. Diese Mühe dauert solange, bis ich den Journalisten davon überzeugt habe, dass er von Pressemitteilungen meiner Kunden einen Nutzen hat. Indem er dadurch Anregungen zu anderen Themen bekommt, Neues über Innovationen aus einer für ihn interessanten Branche erfährt, Beispiele erfolgreicher Problemlösungen kennenlernt. Denn wer sich zu einer Servicehaltung entschließt und Journalisten als Kunden behandelt, baut schnell eine gute Zusammenarbeit auf.

Wofür soll ein Blog „PR-Sprache“ gut sein?

Mir ist es wichtig, dass Unternehmen eine gute Sprache benutzen. Egal, ob sie über Wirtschaft, Technik und Service berichten. Leider gibt es genug Negativbeispiele. Mit diesem Blog möchte ich auf solche Mißstände aufmerksam machen, gleichzeitig aber auch positive Beispiele hervorheben und beides zur Diskussion und Kommentierung stellen. Damit sich vielleicht etwas ändert.

Über Hinweise, Beispiele, Anregungen und Ideen an  blog@mehrblick-blog.eu freue ich mich.